So, nun rückt er also näher, der erste Schultag von Florian. Und der kleine Felix kommt in den Kindergarten. Für die beiden Schätze beginnt damit ein neuer Lebensabschnitt.

Damit die beiden mit einem sicheren Gefühl starten, bereiten wir uns darauf vor. Ab heute geht es also im Hause Winsauer jeden Tag für ein paar Minuten um die Vorbereitung darauf – mit viel Spaß und einem Fest für alle Sinne.

Wie wir das angehen, halte ich in diesem Blogartikel fest. Er wird täglich ein paar Zeilen länger und mit vielen Bildern angereichert. Ich teile meine Erfahrung mit dir und würde mich sehr freuen, wenn du deine eigenen Anregungen im Kommentarfeld hinterlässt. Danke im Voraus!

31. August 2020

Wochenlang habe ich die neue Schultasche versteckt, damit sie wenigstens am 1. Schultag einigermaßen neu ausschaut. Florian hat sie nach dem Kauf jedem mit großem Stolz gezeigt. Er hat aber auch relativ schnell entdeckt, dass man eine Schultasche in die Ecke schubsen kann. Muss ja nicht sein, dass sie in den Ferien schon komplett abgenutzt wird, oder? Ab heute ist es jedoch an der Zeit, das edle Teil hervorzuholen. „Florian, Felix – holt eure neuen Taschen. Wir üben jetzt den neuen Schul/Kindiweg!“.

Zum Glück liegt die Schule in einer Sackgasse, da fahren sehr selten Autos vorbei. Trotzdem gäbe es ein paar Gefahrenstellen, die meine Kinder unterschätzen. In aller Ruhe besprechen wir die Kreuzungen und den optimalen Weg. Die beiden machen es eh schon sehr gut.
Das Highlight der Übungsrunde ist jeweils die Tasche auf dem Rücken. Felix freut sich unheimlich, dass seine Kinditasche wie eine Schultasche ausschaut. Florian liebt seine Gurte und Schnallen. Vor der Schule kamen dann die ersten Bedenken von Florian. „Mama, ich kenne hier niemanden. Und ich weiß ja noch nicht mal wo meine Klasse ist.“ Wir haben ausführlich darüber gesprochen wie der erste Tag ablaufen wird. Außerdem habe ich ihm versichert, dass ich am 1. Tag dabei sein werde. Dan hat ihn vorerst beruhigt. Wie ich ihn kenne, werden wir dieses Gespräch noch einige Male führen. Und es wird immer damit enden, dass ich ihm garantiere, dass ich dabei bin.

Felix scheint alles viel gelassener zu nehmen. Keine Fragen, kein zögern, kein aber. Liegt vielleicht daran, dass er kurz vor der Sommerpause seine Kindergartengruppe und die Pädagogin wenigstens für 2 Stunden kennenlernen durfte. Der Besuchsnachmittag in der Bärengruppe war der Hit. Die Chemie hat von Anfang an gepasst, alles easy. Er geht hier in den Kindi und sein großer Bruder ist einen Stock tiefer. Was soll da schon schiefgehen?

01. September 2020

Was ist noch besser als ein Babysitter? Ein Babysitter der gerne Kekse bäckt! Simone (15) passt hin und wieder auf die Jungs auf. In den Ferien kommt sie manchmal auch tagsüber, damit ich in Ruhe ein paar Sachen erledigen kann. Heute hat sie mit Florian und Felix Mürbeteig-Kekse gebacken. Es roch in der gesamten Wohnung wie im Advent, irgendwie verwirrend. Diesen Duft im September bin ich einfach nicht gewohnt. Keksduft an sich sind meine Kinder nicht gewöhnt, weil ich NIE Kekse backe. Kuchen eigentlich auch nicht. Dafür ist Oma Luise zuständig. Sie bäckt für ihr Leben gerne und kann das auch viel besser.

Meine Sinne waren also für kurze Zeit verwirrt. Die Nase meldet einen süßlichen Duft. Die Augen erkennen blühende Rosen und grüne Bäume. Und die Ohren nehmen Sommerhits wahr. Schön schräg. Der Blick auf die Keksformen hat die Situation schnell geklärt.

Zahlenkekse sind auch eine wunderbare Möglichkeit, sich wieder auf die Schule vorzubereiten. Für Kindergärtler Felix war es durchaus anspruchsvoll, die Zahlen von 1 bis 9 auseinanderzuhalten. Und mit Florian haben wir ein paar leichte Rechenaufgaben gemacht. Lernen mit allen Sinnen, dank Babysitterin Simone :O)

02. September 2020

Wenn Cousin Daniel (15) und die Cousine Chiara (11) aus München zu Besuch sind, bleibt keine Zeit für die Schulvorbereitung. Zu viele Abenteuer gilt es zu erleben. Was jedoch unbedingt sein muss, ist die Vorführung der neuen Schultasche und Kindergartentasche. Ohhh, Ahhh, Wow … das weckt Vorfreude :O)

Und natürlich haben wir jeden einzelnen Stift beschriftet, damit es später in der Schulklasse keinen Streit gibt. Zur Feier des Besuchs-Tages hätte ich Florian erlaubt, zum ersten Mal mit seinen Stiften ein Bild zu malen. Blöde Idee. Dafür habe einen entrüsteten Blick kassiert. „Mama, jetzt ein Bild malen? Mit den neuen Stiften??? Auf gar keinen Fall. Die müssen doch schön bleiben für die Schule!“ 

Ganz ehrlich, das hätte ich nicht erwartet. Normalerweise ist mein Sohnemann alles andere als geduldig. Und irgendwie bin ich echt stolz auf ihn.

03. September 2020

Was kommt in die Schultüte? Wie soll sie ausschauen? Und bekommen Kindergärtler auch eine Tüte? Diese Fragen waren heute sehr wichtig für meine aufgeregten Buben.

Meine ursprüngliche Idee war, eine blanko Tüte zu kaufen, die wir dann mit LEGO Ninjago Bildern bekleben. Auch wenn es einen halben Tag basteln bedeutet, das wäre es mir wert gewesen. Ich hätte eine Schachtel Pralinen verwettet, dass sich die beiden nichts lieber wünschen als eine Ninjago Tüte. Doch es kam anders als erwartet, völlig anders.

Im Papierfachgeschäft, in dem ich schon als Schulkind Stifte und Papier gekauft habe, haben sie eine fix fertige Monster-Truck Schultüte gesehen. Die musste es dann unbedingt sein, da hatte ich keine Chance mit meinen Hinweisen auf andere Muster. So sind wir also mit einer kleinen uns großen Monster-Truck-Tüte heim, die mir beide überhaupt nicht gefallen.

Klar, ich hätte mich weigern können, für etwas Geld auszugeben was ich absolut hässlich finde. Aber in diesem Fall geht es einfach nicht um mich, oder? Sie wollen ihren perfekten Schultag erleben und da gehört eben ein solches Motiv dazu. Mir hätte bei meiner Hochzeit auch keiner reinreden dürfen…

Was genau ich in die Tüten füllen werde weiß ich immer noch nicht genau. Aber dafür hat unsere Nina ja einen tollen Blogartikel geschrieben. Süßigkeiten müssen auf jeden Fall rein, daran haben mich Florian und Felix zigmal erinnert.

04. September 2020

Als Kind habe ich stundenlang, tagelang mit Legosteinen gespielt. Am liebsten habe ich Häuser und Städte entworfen, ohne Vorgaben. Ich glaube, das gab es zu meiner Zeit noch nicht so viel. Seit ca. 2 Jahren setze ich wieder bunte Klötzchen aufeinander. Allerdings streng nach Anleitung. Da wären einerseits der Legoplan, der eine genau Reihenfolge vorgibt, damit es die gewünschte Figur ergibt. Und andererseits wachen meine Söhne mit Luchsaugen über meine Finger. „Mama, nein. Das rote Zweierle gehört doch da hin!“ Ein kurzer Kontrollblick auf den Bauplan überzeugt mich, dass mein Sohn recht hat.

Ich bin echt beeindruckt wie gut die Kinder die Pläne schon lesen können, das ist nämlich alles andere als leicht. Und noch spannender finde ich die Tatsache, dass Felix ein und dasselbe Auto immer wieder auseinander und wieder zusammen baut. So haben wir heute also einen Legotag eingelegt, Pläne studiert und mit den kleinen Klötzen die Feinmotorik trainiert.

05. und 6. September 2020

Am Samstag und Sonntag genießen wir unser Wochenende. Zwischendurch reden wir ein wenig über den Alltag als Schüler und Kindergärtler, weil sich Florian und Felix einige Gedanken darüber machen. Aber davon abgesehen ist einfach nur SPIELEN angesagt. Viele Erwachsene werten das leider als vergeudete Zeit, was wirklich Schade ist. Denn gerade durch diese Art der intensiven Beschäftigung entwickeln die Kinder sehr viele Fertigkeiten und Fähigkeiten. Quasi nebenher reift ihre Konzentration und Fantasie. Je nachdem wofür sie sich begeistern, saugen sie Fachwissen auf. Meine Jungs wollen derzeit alles über Burgen, Tempel, Ruinen und Vulkane hören. Davor konzentrierten sie sich auf Autos und Flugzeuge. Und ich staune jedes Mal wieder, wie sie dabei Zeit und Raum vergessen. Zwei Stunden lang Ninjago spielen? Kein Problem!

Dazu kommt der körperliche positive Nebeneffekt, den übrigens auch Erwachsene erleben können. Wenn ein Mensch in so einen FLOW kommt, schüttet er Glückshormone aus. Falls dich das genauer interessiert, empfehle ich dir das Buch FLOW des Glücksforschers Mihály Csíkszentmihályi (sprich: Tschik Sent Mihaji). Der Psychologe gilt als führender Glücksforscher. Hier erlebst du ihn in einem TED Talk (mit deutschen Untertiteln).

Ein Hoch also auf das Wochenende und das süße „Nichts-tun-müssen-sondern-wollen-und-genießen“.

07. September 2020

Heute morgen kam mir ein erschreckender Gedanke. Für einen kurzen Moment breitete sich sogar Panik in meinen Kopf aus. In genau einer Woche endet die Gemütlichkeit. Dann muss ich den Wecker auf 06:00 Uhr stellen, damit ich rechtzeitig aus dem Bett komme. Normalerweise bin ich immer die Letzte, die aus dem Bett krabbelt. Weil ich auch immer die Letzte bin, die ins Bett rein krabbelt. Und ich bin die, die in der Nacht aufsteht, wenn die Kinder ein Bedürfnis in die Dunkelheit rufen. Aber das spielt ab nächster Woche keine Rolle mehr. Der Schlummermodus hat ein Ablaufdatum, den 14.09.2020. Ich könnte heulen. Also üben wir diese Woche rechtzeitig aufzustehen und theoretisch um 07:35 Uhr startklar für Schule und Kindi zu sein.

Und was haben wir sonst noch gemacht, um fit für die Zeit nach den Ferien zu sein? Wir haben den guten alten MINI LÜK Kasten hervorgeholt. Ich habe das Kind geliebt und mir gefällt das Prinzip heute noch. Florian und Felix mussten sich erst wieder ein wenig daran gewöhnen, hatten dann aber großen Spaß.